Abu Simbel Tempel: Geschichte, Besuchstipps & Anreise
Der Abu Simbel Tempel zählt zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Ägyptens. Hoch im Süden des Landes, nahe der Grenze zum Sudan, ragen vier riesige Statuen von Pharao Ramses II. aus dem Fels am Ufer des Nassersees. Der Tempel steht für die Macht, die Religion und die Baukunst des Neuen Reiches und gilt als eines der größten Highlights jeder Ägyptenreise.
In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige: Geschichte und Zweck der Anlage, Architektur und Innenräume, das berühmte Sonnenphänomen, den Nefertari-Tempel, die spektakuläre Rettung der Tempel vor dem Nassersee sowie praktische Tipps zu Anreise, Besuchszeit und Fotografie.
Abu Simbel auf einen Blick
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Merkmal |
Information |
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Lage |
Am Westufer des Nassersees, im Süden Ägyptens, rund 280 km südlich von Assuan |
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Bauherr |
Pharao Ramses II. |
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Bauzeit |
13. Jahrhundert v. Chr. |
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Gottheiten |
Amun, Ra-Harachte, Ptah (und der vergöttlichte Ramses II.) |
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Tempel |
Großer Tempel des Ramses II. und kleiner Tempel der Nefertari |
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Status |
UNESCO-Weltkulturerbe seit 1979 (Nubische Denkmäler von Abu Simbel bis Philae) |
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Beste Reisezeit |
Oktober bis April |
Geschichte des Abu Simbel Tempels
Der Tempel wurde im 13. Jahrhundert v. Chr. unter Ramses II. aus dem Sandstein-Felsen geschlagen. Er diente religiösen und politischen Zwecken zugleich:
- Religiös: Verehrung der Götter Amun, Ra-Harachte und Ptah, aber auch des Pharaos selbst als göttlicher Herrscher
- Politisch: Demonstration von Macht und Einfluss Ägyptens im Süden, in Nubien. Reisende, die aus dem Süden kamen, sollten schon von Weitem sehen, wer über das Land herrscht.
- Familie: Ein kleinerer Tempel ist Königin Nefertari gewidmet und unterstreicht ihren besonderen Rang.
Nach dem Ende des Neuen Reiches geriet die Anlage allmählich in Vergessenheit. Der Wüstensand bedeckte große Teile der Fassade. Erst im frühen 19. Jahrhundert wurde der Tempel wiederentdeckt und für Europa bekannt.
Tipp: Die gigantischen Statuen und Reliefs zeigen die künstlerische Meisterleistung der alten Ägypter und ihren Anspruch, Macht in Stein zu verewigen.
Architektur und Besonderheiten des Großen Tempels
Der Große Tempel ist direkt in den Berg hineingearbeitet. Er besteht aus einer monumentalen Fassade und mehreren Räumen, die sich tief ins Gestein ziehen.
- Die Fassade: Vier sitzende Kolosse von Ramses II., jeweils rund 20 Meter hoch, bewachen den Eingang. Zu ihren Füßen stehen kleinere Figuren von Familienmitgliedern. Eine der Statuen wurde in der Antike durch ein Erdbeben beschädigt.
- Die große Säulenhalle: Der erste Saal wird von Pfeilern mit Statuen des Ramses in der Gestalt des Osiris getragen. Die Wandreliefs zeigen Schlachtszenen, darunter die berühmte Schlacht von Kadesch.
- Weitere Säle und Kammern: Dahinter folgen kleinere Räume mit Szenen von Opfergaben, Göttern und königlichen Ritualen.
- Das Allerheiligste: Im hintersten Raum sitzen vier Statuen: Ptah, Amun-Re, der vergöttlichte Ramses II. und Ra-Harachte.
Das Sonnenphänomen von Abu Simbel
Das Highlight für viele Besucher ist das Sonnenphänomen. Zweimal im Jahr, Ende Februar und Ende Oktober, fällt das Sonnenlicht durch den Eingang und die gesamte Tempelachse bis ins Allerheiligste. Dort werden die Statuen für einige Minuten erleuchtet. Ptah, der Gott der Unterwelt, bleibt traditionell im Schatten.
Die Ausrichtung zeigt, wie präzise die altägyptischen Baumeister Astronomie und Architektur verbanden. Zu diesen Tagen kommen viele Besucher, deshalb sollten Sie Flug, Unterkunft und Tour weit im Voraus planen.
Tipp: Dieses Natur- und Architekturwunder sollten Sie bei der Reiseplanung berücksichtigen, wenn Sie es live erleben möchten.
Der Tempel der Königin Nefertari
Neben dem Haupttempel liegt der Tempel der Königin Nefertari. Er ist der Göttin Hathor und der Königin gewidmet.
- Sechs rund 10 Meter hohe Statuen schmücken die Fassade: Ramses II. und Nefertari stehen in gleicher Größe nebeneinander, was für Tempel dieser Zeit ungewöhnlich ist.
- Die Innenräume zeigen Szenen religiöser Rituale, von Göttern und der Königin.
- Der Tempel belegt die bedeutende Stellung Nefertaris als Große königliche Gemahlin.
Die Rettung der Tempel: Umsiedlung vor dem Assuan-Staudamm
Als in den 1960er-Jahren der Assuan-Staudamm gebaut wurde, drohte der entstehende Nassersee die Tempel zu überfluten. Unter dem Dach der UNESCO startete eine internationale Rettungsaktion. Beide Tempel wurden in große Blöcke zerlegt und etwa 60 Meter höher sowie weiter vom Ufer entfernt originalgetreu wieder aufgebaut. Die Aktion gilt bis heute als eines der größten Projekte der Denkmalpflege und als Vorbild für den weltweiten Schutz von Kulturerbe.
Besuchserlebnis und Umgebung
Abu Simbel liegt am Ufer des Nassersees, weit im Süden Ägyptens. Besucher erwartet:
- eine atemberaubende Wüstenlandschaft
- gute Anreisemöglichkeiten per Flug, auf der Straße oder mit einer Nassersee-Kreuzfahrt
- Führungen, die Geschichte und Bedeutung der Tempel erklären
Tipp: Die Kombination aus Wüste, See und Tempel macht den Besuch unvergesslich.
Anreise nach Abu Simbel
Es gibt drei gängige Möglichkeiten:
- Per Flug: Die schnellste Variante ist ein Inlandsflug von Assuan nach Abu Simbel. Er dauert nur etwa 45 Minuten, meist als Tagesausflug mit Rückflug am selben Tag.
- Auf der Straße: Von Assuan führt eine Wüstenstraße nach Abu Simbel (rund 280 km). Je nach Programm wird sie in Gruppen oder organisierten Touren befahren, meist mit sehr frühem Start.
- Per Kreuzfahrt: Nassersee-Kreuzfahrten verbinden mehrere Tempel der Region und enden häufig in Abu Simbel.
Fahrzeiten und Regelungen für die Straße können sich ändern. Erkundigen Sie sich daher vor der Buchung bei Ihrem Veranstalter nach dem aktuellen Ablauf.
Tipps für Erstbesucher: Besuchszeit, Fotografie und Ausrüstung
- Beste Besuchszeit: Oktober bis April bei angenehmen Temperaturen. Im Sommer wird es in Südägypten extrem heiß.
- Tageszeit: Morgens ist es kühler und meist weniger voll. Das Licht ist dann für Fotos am schönsten.
- Fotografie: Früh am Morgen oder am späten Nachmittag sind die Lichtverhältnisse optimal. Im Inneren der Tempel gelten Fotoregeln, fragen Sie Ihren Guide.
- Kleidung: Bequeme Schuhe, Hut, Sonnenbrille und Sonnenschutz einpacken
- Wasser: Immer ausreichend Wasser in Flaschen mitnehmen
- Guide: Ein Ägyptologe macht die Reliefs und Inschriften erst richtig verständlich.
Abu Simbel mit anderen Zielen kombinieren
Viele Reisende verbinden Abu Simbel mit einem Aufenthalt in Assuan, etwa mit dem Philae-Tempel, dem Hohen Damm und einer Felukenfahrt. Wer ab Hurghada unterwegs ist, kann zusätzlich Luxor mit dem Karnak-Tempel und dem Tal der Könige einplanen. Für Kulturinteressierte lohnt sich außerdem Kairo mit den Pyramiden von Gizeh.
Bedeutung für Ägypten und den Tourismus
- Abu Simbel ist ein Symbol der ägyptischen Geschichte und Kultur.
- Die Anlage gehört seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
- Jedes Jahr besuchen viele Reisende die Tempel.
- Die Umsiedlung gilt als Vorbild für den internationalen Denkmalschutz.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer hat den Abu Simbel Tempel gebaut?
Der Tempel wurde unter Pharao Ramses II. im 13. Jahrhundert v. Chr. errichtet.
Wo liegt Abu Simbel?
Abu Simbel liegt am Nassersee im Süden Ägyptens, rund 280 Kilometer südlich von Assuan und nahe der sudanesischen Grenze.
Wann ist die beste Reisezeit für Abu Simbel?
Von Oktober bis April sind die Temperaturen angenehm. Ende Februar und Ende Oktober findet zudem das Sonnenphänomen statt.
Wie komme ich nach Abu Simbel?
Meist per Inlandsflug von Assuan, auf der Straße im Rahmen organisierter Touren oder im Zuge einer Nassersee-Kreuzfahrt.
Warum wurde der Tempel umgesetzt?
Wegen des Assuan-Staudamms wäre der Tempel im Nassersee versunken. Deshalb wurde er in den 1960er-Jahren Stück für Stück an einen höher gelegenen Ort versetzt.
Wie viel Zeit sollte man für Abu Simbel einplanen?
Für die Besichtigung beider Tempel genügen meist ein bis zwei Stunden. Die Anreise dauert deutlich länger, daher wird Abu Simbel oft als ganztägiger Ausflug gebucht.
Abu Simbel ist ein unvergessliches Erlebnis
Der Abu Simbel Tempel ist mehr als eine Sehenswürdigkeit. Er vereint Pharaonenkunst, Geschichte und Religion und bietet Kultur, Abenteuer und beeindruckende Architektur in einem Ausflug. Mit guter Planung, früher Anreise und einem kundigen Guide wird der Besuch zu einem der Höhepunkte Ihrer Ägyptenreise.
Wer Ägypten bereist, sollte diesen Tempel mindestens einmal im Leben gesehen haben.
